„Heute braucht man eine Digitalagentur, die alles abdeckt. Bis hin zu Social Media, Ads, Newsletter und SEO. Die ganze Palette halt.“

Wenn man ein Interview mit Andreas Grabenbauer plant, dann muss man das gut timen. Immerhin düst er von Montag bis Freitag quer durch Österreich und über die Grenzen hinaus, um Kunden mit seiner Leidenschaft für Websites und Online-Marketing anzustecken. Viel Zeit für Smalltalk bleibt da nicht. Außer er sitzt gerade im Auto. Und so kam’s, dass ich ihn zwischen A und B mit ein paar Fragen zu seinem Arbeitsalltag bei WESEO, den täglichen Herausforderungen und seinen Visionen löchern konnte. Außerdem ist Andreas gerade auf der Suche nach einer Assistenz, die seinen (und unseren!) Alltag etwas leichter macht. Was einen in dieser Position erwartet? Ich hab Andreas gefragt.

Bei WESEO seit: Stunde 1
Standort: irgendwo zwischen Innsbruck und Zagreb
Position: Geschäftsführer, Stratege und Konzeptionist

Random Facts

Liebste Feierabendbeschäftigung: Familie, ein Glas Wein, Hörbücher
Peinlichste Google-Suchanfrage: „Wie schneide ich Kartoffeln richtig?“
Lieblingsband: Kettcar
In einer perfekten Welt gäbe es: keine Spinnen
Traumberuf als Kind: Barkeeper [diesen Kindheitstraum lebt er auf Weihnachtsfeiern aus]

weseo andreas grabenbauer

Andreas Grabenbauer über Berufsalltag, Herausforderungen und Zukunfsvisionen

Andi, wie schaut so ein Tag bei dir aus?

Ich fahr sehr früh weg zu Kunden in ganz Österreich, in Bayern und in Südtirol. Dort mach ich Ersttermine, Analysen, Strategieworkshops, Netzwerkpflege mit Partnern und anderen Agenturen und so weiter. So an zwei Tagen die Woche schlaf ich auswärts, aber meistens komm ich am Abend schon heim, bring die Kinder ins Bett und arbeit dann noch ein bissl weiter. Und dann geht’s wieder von vorne los.

Und wenn du gerade nicht in Terminen bist, dann telefonierst du wie ein Verrückter?

Ja, vor allem beim Autofahren. Und manchmal fahr ich halt 1000 Kilometer am Tag, manchmal Zwölf-Stunden-Strecken. Aber, lustige Geschichte am Rande: Einmal bin ich von Ischgl zurück in die Steiermark gefahren. Wie ich das erste Mal tanken hab müssen – da war ich schon an der steirischen Grenze – ist erst das zweite Lied über Spotify gelaufen. Weißt, was das bedeutet? Von Ischgl in die Steiermark waren’s also viereinhalb Minuten, in denen ich nicht telefoniert hab. Wenn ich aber grad nicht telefonier, hör ich übrigens laute Musik. Sehr laute Musik.

Und wie verbringst du deine Wochenenden, um einen Ausgleich zu finden?

Ich koch jetzt seit Neuestem. Jeden Sonntag. Weil wenn ich koch, darf ich vormittags schon Wein trinken. Dann ist es nicht verwerflich, dass man am Vormittag schon Wein trinkt, oder?

Nein, gar nicht. Mach ich auch.

Gut. Abgesehen vom Kochen ist es mir aber am allerwichtigsten, dass ich das Wochenende mit meiner Frau und den Kindern verbringe und wir was unternehmen. Das Wochenende sollt uns schon was wert sein, die Arbeit hat da nichts zu suchen. Das sag ich übrigens auch unserem Team.

Was taugt dir so an deiner Arbeit?

Was so cool ist an meinem Beruf? Dass man ein gutes Allgemeinwissen und Einblicke in ganz viele Bereiche bekommt. Du musst zuerst mal verstehen, wer der Kunde ist, wer die Kunden vom Kunden sind, was die Anforderungen an die Website sind … Und das Lässige dran ist, dass du fast jeden Tag neue Produkte, neue Firmen, neue Ideen kennenlernst. Und dadurch, dass die Website sehr oft das Erstkommunikationsmittel für Kundeskunden ist, musst du zuerst ganz genau verstehen, wie’s läuft. Das find ich eigentlich am spannendsten am Job.

Nach deiner Lehre hast du ja erst mal als Eventveranstalter gearbeitet und eine Druckerei und eine Werbeagentur gegründet. Wie ist es dann eigentlich zur Gründung von WESEO gekommen?

Naja, in der Werbeagentur sind immer mehr digitale Anforderungen auf uns zugekommen. „Ich brauch a Website“, hat’s immer öfter geheißen. Also wurde WESEO gegründet. Mit einer Website allein ist’s heute natürlich nicht mehr getan. Heute braucht man eine Digitalagentur, die alles abdeckt. Bis hin zu Social Media, Ads, Newsletter und SEO. Die ganze Palette halt. Also haben wir auch das recht schnell in unsere Leistungen aufgenommen.

Was taugt dir an WESEO?

Dass wir mit unserem Team die richtigen Leute gefunden haben, um weiterzukommen und etwas zu bewegen. Das taugt mir richtig. Das sag ich jetzt nicht, um lobzuhudeln, sondern das ist wirklich so. Und dass wir uns sehr schnell von der kleinen regionalen Agentur zur national, und teilweise sogar international tätigen Agentur entwickelt haben, das hat schon auch was. Heute arbeiten wir für McDonald’s, Lohberger, KFV, ADA, Steirerkraft, Northland … das hätten wir uns vor ein paar Jahren, als der Architekturstudent Christoph Ringhofer an der ersten Website gebastelt hat, noch nicht vorstellen können. Heute hauen unsere Leute echt richtig feine Sachen raus.

Wo siehst du die Agentur denn in drei Jahren?

Ich möchte eine der führenden Agenturen für Tourismus und Hotellerie im alpinen Raum werden. Durch den Standort in Salzburg und die Zusammenarbeit mit der GAS [G. A. Service GmbH] sind wir dafür halt auch gut positioniert. Aber, und das ist ganz wichtig, das soll nicht heißen, dass wir uns nicht auch für andere Branchen begeistern. Wie schon gesagt, gerade die Abwechslung find ich ja so klass. Außerdem wollen wir uns ja auch nicht einschränken lassen und immer wieder über den Tellerrand schauen.

Was ist die größte Herausforderung in deiner Arbeit?

Für Kunden flexibel genug zu sein und trotzdem alles unter einen Hut zu bringen. Das ist eigentlich das Schwierigste. Deshalb brauch ich jemanden, der mir den Rücken freihält. Jemanden, der mir beim Terminorganisieren und Vorbereiten hilft, Mails durchgeht und beantwortet, Telefonate oder Termine übernimmt, …

Das wären also die Aufgaben deiner Assistenz?

Das ist es eigentlich. Also, an vorderster Front zu stehen und schnell Entscheidungen zu treffen, das gehört auch noch dazu. Das Problem ist, dass ich mindestens einen Monat im Voraus ausgebucht bin. Ich bin manchmal schwer bis gar nicht erreichbar. Wenn etwas kurzfristig passieren muss, ist das halt muats ein Theater. Oft muss dann auch meine Assistenz schnelle Entscheidungen treffen, vermitteln und die Kommunikation mit Kunden und dem Team übernehmen.

Ich frag jetzt mal ganz frech: Was sind die größten Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit dir?

Mein Chaos zu managen. Ich bin chaotisch, emotional und impulsiv – und das ist gut so. Wahrscheinlich bin ich gerade deshalb gut in meinem Job. Aber damit muss man halt schon umgehen können. Ich bin auch ein absoluter Bauchmensch, also damit mein ich, dass ich ein ausgeprägtes Gespür für Kunden und Ihre Bedürfnisse hab und die Empfindungen sehr gut nachvollziehen kann. Nur leider kann ich das halt nicht so gut in Worte fassen, das ist sicher eine Herausforderung.

"Ich bin chaotisch, emotional und impulsiv – und das ist gut so."

Was sollte deine Assistenz sonst noch mitbringen?

Ich brauch wen, der mit meinen Macken umgehen kann. Jemanden, der resolut genug ist, damit er mir auch mal die Stirn bieten kann. Jemanden, der gut organisieren und bei stürmischer See Ruhe bewahren kann. Bei mir schwänzeln nämlich nicht nur positive Nachrichten herein, sondern auch Probleme. Man muss also schon eine dickere Haut haben und den Stress in der Firma lassen können. Das ist eigentlich das allerwichtigste: Bei uns ist von Montag bis Freitag Stress, man muss die Firma in der Firma lassen können.

Irgendwie hört sich das alles nicht so super an, gö?

Haha, geht so.

Ich denk mir das auch grad. Oida. [lacht] Naaa, aber, du musst schon sagen: Man ist viel unterwegs, man sieht einfach wahnsinnig coole Firmen und Betriebe, man schläft in schönen Hotels, hat oft Meetings, bei denen die Grenzen zwischen Kunden, persönlichen Interessen und Freundschaft verschwimmen – und damit mein ich jetzt nicht, dass die Freizeit zur Arbeitszeit wird, sondern umgekehrt, dass sich die Arbeit manchmal wie Freizeit anfühlt. Und: Es macht echt Spaß. Wirklich. Es macht vor allem Spaß.

Zur Jobdescription: Assistenz der Geschäftsführung